Bei den Frauenprojekten in Berlin ist das Thema Behinderung nicht mehr wegzudenken. Die Situation behinderter Frauen wird vielmehr durchgängig als Querschnittsthema beachtet.
Dies ist ein wichtiges Ergebnis unserer Klausurtagung am 30. Januar 2010 und stellt einen großen Erfolg unserer Arbeit dar.
So selbstverständlich wie das Thema Behinderung inzwischen in Frauenzusammenhängen wahrgenommen wird, so selbstverständlich muss das Thema Frauen auch in der Behindertenszene berücksichtigt werden.
Daran werden wir weiter arbeiten.
Inhaltliche Schwerpunkte im Jahr 2010 werden die Themen Gesundheit und Elternassistenz sein. Beide Bereiche wollen wir im Licht der UN-Behindertenrechtskonvention bearbeiten. Mit der Konvention engagieren wir uns für ein diskriminierungsfreies, barrierefreies Gesundheitswesen und für einen Rechtsanspruch auf Elternassistenz . Letzterer muss in einem Gesetz zur sozialen Teilhabe verankert werden. Das soll bei der anstehenden Reform der Eingliederungshilfe realisiert werden.
Wir sind erleichtert, dass unsere weitere Arbeit gesichert ist, weil das Netzwerk ab Januar 2010 in die Regelfinanzierung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen aufgenommen wurde. Damit entfällt endlich das regelmäßige Bangen um die weitere Finanzierung.
Unter diesem Titel führte der Frauenbildungsträger LIFE e.V. in Kooperation mit KOBRA e.V. und dem Netzwerk behinderter Frauen Berlin e.V. 2008 und 2009 eine Qualifizierungsmaßnahme zur beruflichen Reintegration von Frauen mit Behinderungen durch.
Im September 2009 wurde das Projekt im Technologie-Wettbewerb des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie "Wege ins Netz" ausgezeichnet.
Wir freuen uns, dass dieses erfolgreiche Projekt mit einer neuen Maßnahme auch im Jahr 2010 fortgesetzt werden kann.
Weitere Informationen zur Qualifizierungsmaßnahme
"Ich bin von Kopf bis Fuß auf Leben eingestellt"
Am 17. Oktober 2009 bereiteten über 30 Frauen Marianne Buggenhagen ein herzliches Willkommen als Schirmfrau des Netzwerks behinderter Frauen und feierten gemeinsam begeistert ihren Einstand.
Die Vorstandsfrauen Susanne Handrick und Andrea Schatz begrüßten die erfolgreichste deutsche Behindertensport-Athletin und hinterfragten ausgewählte Stellen aus ihrem Lebenslauf und ihren Büchern. Es entwickelte sich eine lebhafte Frage-Antwort-Olympiade, die spannende und unterhaltsame Einblicke in die Glanz- und Schattenseiten ihres bewegten Lebens vermittelte.

Susanne Handrick, Andrea Schatz, Marianne Buggenhagen ©Susanne Krumpholz
"Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen" - das ist das Motto von Marianne Buggenhagen. Sie schilderte, wie sie durch ihre sportlichen Erfahrungen und Leistungen lernte, die Herausforderungen des Alltags zu meistern. Auf diesem Fundament entwickelte die 56jährige Leichtathletin und mehrfache Paralympics-Weltmeisterin ihre Lebensfreude, Leistungsfähigkeit und ihre faszinierende Ausstrahlung.
Um 4.30 Uhr startet sie in den Tag mit einer Lage- und Trainingsbesprechung beim Kartenspiel mit ihrem Mann Jörg, der sie seit 31Jahren unterstützt und ihr den Rücken frei hält. Bis Mittag arbeitet Marianne Buggenhagen als Rehabilitations-Therapeutin im Helios-Klinikum Berlin-Buch. Die gelernte Krankenschwester qualifizierte sich vor 3 Jahren noch als Ergotherapeutin.
Danach trainiert sie täglich 4 Stunden ihre Leistungssportdisziplinen (Kugelstoßen, Diskus- und Speerwurf, Basketball) mit ihrem langjährigen Trainer Bernd Mädler und bewegt dabei schon mal insgesamt bis zu 4 Tonnen Sportgeräte.
Marianne Buggenhagen, die vor kurzem ins Präsidium des deutschen Behindertensportverbandes gewählt wurde, will sich dort mit Kraft und Autorität für die Anerkennung und Gleichstellung behinderter Athletinnen und Athleten im deutschen Leistungs- und Behindertensport einsetzen. Bislang seien Paralympics-Athletinnen und -Athleten nur bei den Doping-Kontrollen den nicht behinderten Sportlerinnen und Sportlern gleichgestellt.
Zur Zeit befindet sich Marianne Buggenhagen mitten in den Vorbereitungen für die Leichtathletik-Weltmeisterschaft vom 22. November bis 2. Dezember 2009 in Bangalore in Indien, wofür wir ihr alles Gute und viel Erfolg wünschen.
Anfang 2010 erscheint die dritte erweiterte und aktualisierte Auflage ihrer Autobiographie "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Leben eingestellt", worauf sich nicht nur
die Netzwerkfrauen freuen.
Das Netzwerk behinderter Frauen Berlin e.V. freut sich, dass Marianne Buggenhagen
(www.marianne-buggenhagen.de) die Schirmfrauschaft für das Netzwerk übernommen
hat.
Frau Buggenhagen ist eine Leichtathletin mit herausragender Sportkarriere im
Behindertensport. 1993 wählte der Verband der Deutschen Staatsbürgerinnen sie
zur Frau des Jahres, 1994 wurde sie vor Franziska van Almsick und Steffi Graf
zu Deutschlands Sportlerin des Jahres gewählt, sie ist Ehrenbürgerin ihrer
Heimatstadt Ueckermünde und zwei Schulen (in Berlin und in Darlingerode) tragen
ihren Namen.
Trotz ihrer überragenden sportlichen Erfolge (9 Goldmedaillen bei 5 Paralympics,
3 Weltrekorde im Kugelstoßen, Diskuswerfen und im Mehrkampf, Weltmeister-, Europameister-
und 130 nationale Titel) sieht sich Marianne Buggenhagen nicht als Star im Behindertensport.
Aber ein Vorbild möchte sie gern sein.
Die Stärkung behinderter Mädchen und Frauen und ihres Selbstvertrauens liegt
ihr besonders am Herzen.
Dabei verkörpert Marianne Buggenhagen auf eindrucksvolle
Weise wichtige Ziele des Netzwerks behinderter Frauen Berlin e.V., wie das Weitervermitteln
des Selbstbestimmt-Leben-Gedankens und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit
für die besonderen Fähigkeiten und Stärken behinderter Mädchen und Frauen.
Der von den Teilnehmerinnen der Mädchengruppe gestaltete Comic "Ich und die anderen" über den Alltag von Mädchen und jungen Frauen mit Behinderungen ist erschienen. Unter dem Titel "Meine kleinen Geschichten" lernen wir die mutige Hanna und ihre Freundinnen kennen.
Wir zeigen hier die Titelseite des Comics und die Seite mit den Projektbeteiligten.


Bei Interesse am Comic bitte im Netzwerkbüro melden.
Ein erfreulicher Abschluss des Projektes war für die Mädchengruppe die Präsentation des Comics auf dem "7. berliner jugendforum im abgeordnetenhaus berlin", denn sie wurden für ihre Arbeit ausgezeichnet! Wir freuen uns über den Preis und sehen darin eine große Wertschätzung für das Anliegen unseres Projektes.
(siehe auch Mädchengruppe)
Mit großem Interesse verfolgen wir die Entwicklungen im Bereich der Medizin und der Gesundheitspolitik. Prävention, Rehabilitation und ambulante Gesundheitsversorgung sind für Frauen und Mädchen mit Behinderung und chronischer Erkrankung wichtige Themen.
In der aktuellen Debatte zur Zukunft der Gesundheitspolitik und -versorgung sowie zu Chancen von Prävention dürfen die Erfahrungen der Betroffenen, den Kundinnen von Gesundheitsdienstleistungen, nicht fehlen.
Als Interessenvertretung behinderter Frauen und Mädchen in Berlin bringen wir deshalb unsere Erfahrungen aus jahrelanger Beratungspraxis und unser Wissen in die aktuelle Debatte ein.
Gemeinsam mit der Fraktion Bündnis 90 / Die GRÜNEN des Abgeordnetenhauses Berlin und dem Netzwerk Frauengesundheit Berlin organisierten wir ein Fachgespräch mit Berliner Abgeordneten zum Thema "Gesundheit für Frauen und Mädchen mit Behinderung aus salutogenetischer Sicht". Es fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Berlin - gesunde Stadt für Frauen" am 19. September 2007 im Abgeordnetenhaus statt.
Wir referierten zu folgenden Themen:
Nähere Fachinformationen finden Sie unter www.frauengesundheit-berlin.de